Konzept

Die Reformpädagogik versteht Bildungseinrichtungen, Schule und Kindertagesstätten als Lern- und Lebensorte, die wesentlich durch die zentralen Prinzipien wie Selbständigkeit, Gemeinschaft und Mitverantwortung geprägt sind.

Als Bildungsgrundformen sieht der Jenaplan das Gespräch, die Arbeit, das Spiel und die Feier vor.

Diese Elemente sind Grundformen des sozialen Lernens. Der Leitgedanke für die vorschulische Bildung und Erziehung in der Kindertagesstätte der Jenaplan-Schule ist der Situationsansatz, nach dessen Grundsätzen der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan pädagogisch umgesetzt wird.

Die Kindertagesstätte wird in der Konzeption als „Vorschule“ bezeichnet. Die Einrichtung ist konzipiert für Kinder ab zehn Monaten bis zum Eintritt in die Schule.

Die Kinder der Vorschule werden von Beginn an mit den Prinzipien der Jenaplan-Pädagogik vertraut gemacht. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil der Jenaplan-Schule und wachsen von klein auf in die Schulgemeinschaft hinein.

Die Vernetzung von Vorschule und Schule ist ein zentrales Anliegen der Jenaplan-Pädagogik.

Gemeinsam soll für die Kinder die Möglichkeit geschaffen werden, gemäß ihres individuellen Lerntempos, sowohl am Unterricht als auch im sozialen Alltag der Vorschule teilzunehmen.

Der Situationsansatz gibt jedem Kind gleiche Rechte und Chancen seine Fähigkeiten und individuellen Möglichkeiten in die Gemeinschaft einzubringen. Ihre Bedürfnisse und Interessen, ihre Entdeckerfreude und ihr Forscherdrang, ihr Einfallsreichtum und die Vielfalt ihrer Ausdrucksmöglichkeiten stehen im Mittelpunkt der pädagogischen Arbeit.

Unter Verwendung vielfältiger Materialien helfen wir den Kindern kontinuierlich, Fähigkeiten und Wissen zu erweitern. Hierzu gehört ein spielerischer Umgang mit Buchstaben und Zahlen, ebenso wie das Ausprobieren und Erlernen künstlerisch handwerklicher Fertigkeiten. Gemeinsam wird gesungen, musiziert und Theater gespielt. Projekte entstehen und entwickeln sich in einem Prozess, woran Erwachsene und Kinder gleichermaßen beteiligt sind. Wenn ein Gedanke aufgegriffen und weiterverfolgt wird, wenn Ideen gesammelt und ein gemeinsames Interesse entsteht, dann entwickelt sich ein Projekt.

 

Basiskompetenz

Themenbezogene Bildungs- und Erziehungsbereiche

Die Arbeit nach dem Situationsansatz bestärkt Kinder darin, Vertrauen in die eigenen Kräfte zu entwickeln und sich selbst zu achten (Ich-Kompetenz), Kritik zu äußern und annehmen zu können (Sozialkompetenz).Wir unterstützen die Kinder im sozialen Miteinander und besonders in Konfliktsituationen fair miteinander umzugehen. Kinder sollen darin bekräftigt werden, ihre Gefühle wahrzunehmen, zu benennen, zu äußern und gegebenenfalls Unterstützung zu holen. Familiäre Themen wie Tod, Scheidung oder Trennung werden individuell thematisiert, um die Kinder in diesen besonderen Situationen zu unterstützen und zu stärken.

 

Sachkompetenz

Wir holen die Welt in den Kindergarten hinein und gehen mit der Vorschule in die Welt hinaus. Damit wird deutlich, dass außerschulische Lernorte bereits im Vorschulbereich eine wichtige Rolle einnehmen. Täglich sammeln wir Erfahrungen im Umgang mit der Natur vor Ort. Ziele hierfür sind die bewegungsanregenden Außenflächen, Ausflüge und Wanderungen oder eine Gruppenfahrt. Wir besuchen Museen und Theater, ebenso Lernorte, welche sich aus Projektarbeiten ergeben (z.B. zum Thema Ritter besuchen wir eine Burg, zum Thema Gesundheit besuchen wir eine Zahnarztpraxis u.a.).

Ebenso wird Kontakt zu anderen Kindereinrichtungen und Institutionen gehalten.

 

Sprachkompetenz

Zentraler Punkt des Zusammenseins von Kindern und Erwachsenen ist das Gespräch. Durch intensives Zuhören erfahren wir Interessen, Fragen, Probleme und wichtige Erlebnisse der Kinder. Erzieherinnen führen Gespräche mit einzelnen Kindern und mit kleinen Gruppen über alle Situationen im Alltag und begleiten die Handlungen der Kinder. Willkommenslieder am Morgen, Vorlesen in Kleingruppen oder Rhythmik-Angebote und Sing- und Kreisspiele werden mit den Kindern durchgeführt und sind regelmäßiger Bestandteil im Tagesablauf. Möglichkeiten des Dialogs bieten neben regelmäßigen Gesprächskreisen die wiederkehrenden Kinderkonferenzen (Partizipation). Hierbei können Kinder Anliegen vorbringen und sich mit den anderen austauschen. Gemeinsam werden verbindliche Lösungen gesucht. Diese werden in gleichmäßigen Abständen auf ihre Aktualität geprüft. Die Sprachförderung ist integrierter Bestandteil von Fingerspielen, Rätseln, Reimen und Liedern. Neben dem Gespräch steht das Spiel, welches insbesondere bei jüngeren Kindern die individuelle Entwicklung unterstützt und dabei das Verständnis für soziales Verhalten, sowie die Ausbildung von Aufmerksamkeit und Konzentration fördert.

 

Transitionen (Übergang des Kindes und Konsistenz im Bildungsverlauf)

In altersgemischten Gruppen sind die Wechsel sozialer Rollen und damit das Hineinwachsen in unterschiedliche Anforderungen alltäglich.

Im Alltagsleben der Vorschule bieten sich den Kindern vielfach Möglichkeiten zum Kontakt mit den älteren Schulkindern (oft Geschwister der Vorschulkinder), den Lehrern und den Erzieherinnen des Freizeitbereiches unseres Schulhortes.

Vor allem mit den Kindern der Untergruppe (Jahrgangsstufe eins bis drei) sind vielfältige gemeinsam erlebte Aktivitäten gegeben. Die in regelmäßigen Abständen gemeinschaftlich durchgeführte Wochenabschlussfeier oder das Arbeiten an gleichen Projektthemen sind weitere Begegnungsmöglichkeiten.

In einer offenen Atmosphäre gegenseitiger Akzeptanz und Wertschätzung begegnen sich Kinder aller Altersbereiche, unabhängig von ihrer sozialen oder kulturellen Herkunft. Bereits bestehende Freundschaften können gepflegt werden und neue können entstehen.

Da Bildung ein lebenslanger Prozess ist, fördert die Vorschule besonders lernmethodische Kompetenzen wie das Herstellen von Zusammenhängen und die Verständigung über unterschiedliche Erwartungen.

Zum guten Gelingen unserer Arbeit ist eine regelmäßige, ausführliche Vor- und Nachbereitung in Zusammenarbeit mit den Pädagogen von Vorschule, Schul- und Freizeitbereich sowie den Eltern unbedingte Voraussetzung.

Die Eltern sind zur Erziehungspartnerschaft eingeladen, diese wichtige Zeit im Leben ihres Kindes gemeinsam mit den Erzieherinnen zu gestalten. Die Erzieherinnen sind in diesem Prozess als Lehrende und Lernende beteiligt.

Die Vorschule legt den Grundstein dafür, dass Kinder durch hochqualifizierte vorschulische Bildung und Erziehung ihr Leben heute und in Zukunft eigenständig gestalten können.

 

Die kleine altersgemischte Gruppe

Die Betreuung in der altersgemischten Gruppe bringt für alle Kinder in jedem Entwicklungsbereich Vorteile, und zwar sowohl in der sozialen als auch in der sprachlichen und geistigen Entwicklung. Kleinkinder in altersgemischten Gruppen zeigen eine große Selbständigkeit und emotionale Sicherheit. In altersgemischten Gruppen wird dem Kind zu größtmöglicher Selbständigkeit und Eigeninitiative verholfen, ihm können vielfältige Möglichkeiten zum sozialen Lernen in natürlichen Lebenssituationen angeboten werden. Die jüngeren Kinder erfahren durch das Vorbild der älteren Kinder bei der Teilnahme an deren Spielen – beobachtend oder aktiv – auf natürliche Weise eine Fülle von Anregungen. Die älteren Kinder bauen ihre schon erlernten Fähigkeiten weiter aus.

 

Kinder unter drei Jahren

Der Eintritt in die Kindertagesstätte bedeutet für Kinder unter drei Jahren oft die erste Trennung von den Eltern. Unser Auftrag als Erzieherinnen ist es, diesen Prozess verständnisvoll und einfühlsam zu begleiten, um den Kindern zu ermöglichen, sich der neuen Lebenswelt der Kindertagesstätte zu öffnen.

Die kindlichen Bedürfnisse in diesem Alter sind:

  • Zuwendung und Zuneigung,
  • Verlässlichkeit und Sicherheit,
  • Geborgenheit und Schutz und
  • Regelhaftigkeit und Orientierung an festen Abläufen.

In der „Vorschule“ werden wir diesen Bedürfnissen gerecht.

Dies geschieht durch:

  • Schaffung von Geborgenheit und Vertrauen durch intensive Kontakte mit festen Bezugspersonen,
  • Angebot zur Förderung der Sprache, Motorik und Sinneserfahrungen dem Entwicklungsstand entsprechend,
  • Gestalten der Räume, so dass sie Überblick und Rückzugsmöglichkeiten für ungestörtes Spielen ermöglichen und
  • Bereitstellen altersgerechter Spielmaterialien.

 

Allgemeine Informationen und Voraussetzungen

Die Vorschule hat ihre Räumlichkeiten im Schulgebäude der Jenaplan-Schule, Wallgasse 10, 97070 Würzburg. Es stehen verschiedene Gruppenräume zur Verfügung, welche zu folgende Aktivitäten einladen:

Lesen und Vorgelesen bekommen;

Malen und kreatives Gestalten;

Möglichkeit für Rollenspiele (Puppenecke, Verkleidungsmöglichkeit, Theaterspielen);

Kreatives Gestalten mit verschiedenen Baumaterialien;

Freispielmaterial mit Selbstkontrolle;

Möglichkeit mit anderen zu spielen und Toleranz und Frustration zu Üben (Regelspiele);

Möglichkeit mit Freunden selbstbestimmt zu essen (freies Frühstück, Vesper, Feiern).

Der Werkraum und der Bewegungsraum werden gemeinschaftlich mit der Schule genutzt.

 

Wir können 75 Kinder im Alter von zehn Monaten bis zum Schuleintritt in unseren Gruppen aufnehmen. In der Vorschule sind alle Kinder willkommen, auch Kinder mit Besonderheiten werden aufgenommen. Wir arbeiten, ebenso wie die Schule, inklusiv.

Die Öffnungszeiten sind täglich von 7:00 Uhr bis 17:00 Uhr.